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Neutras Erben: Schleswig-Holsteins unbekannte Moderne

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Neutras Erben: Einleitung zum Projekt

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Die Richard-Neutra-Siedlung: Planung und Umsetzung
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Die Richard-Neutra-Siedlung in Quickborn wurde zwischen 1960 und 1963 von der BEWOBAU (Betreuungs-und Wohnungsbaugesellschaft mbH) gebaut und war für damalige Verhältnisse vollkommen einzigartig in Quickborn. 

Neutra ließ die Bungalows mit der Natur verschmelzen. Sein Baustil verbindet raumhohe Fenster, spielerisch eingesetzte Spiegelungen, ebenerdige Glasschiebetüren in den Garten und weite Durchblicke. 

Doch die Häuser wurden, aufgrund der hohen Kaufpreise der damals als sehr klein empfundenen Grundstücke und der Entfernung zur Großstadt nicht akzeptiert. Es gab Verkaufsprobleme. Deswegen wurde als Zugabe zu jedem verkauften Haus angeblich sogar ein Volkswagen versprochen. Dennoch konnten von den geplanten 197 Wohnhäusern, nur 67 einstöckige bzw. zweistöckige Gebäude realisiert werden.

Im Folgenden wollen wir zeigen wie alles begann und was daraus wurde.
(Julian & Lukas) 

Die Richard-Neutra-Siedlung: Planung und Umsetzung
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2. Erste Eindrücke & Einleitung

So fing es an, unsere Aufgabe: 
Anwohner der Neutra-Siedlung öffnen für Euch ihre Häuser und Gärten, damit Ihr dort die Architektur Richard Neutras untersuchen könnt.
Nutzt bei der Begehung alle Sinne. Was fällt Euch auf? 
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Beim Betreten eines Hauses erwartet man eigentlich einen dunklen Raum oder Flur ohne Fenster. Bei den Gebäuden von Neutra ist das anders. 

Sie fiel uns als Erstes auf: die raumhohe Verglasung, die den Blick durch den Wohnraum in den Garten ermöglicht. Auch die Zimmertüren reichen bis unter die Decke und lassen den Raum höher erscheinen. Der Boden des Wohnraumes ist auf einer Ebene mit dem Garten: Haus und Natur gehen in einander über. Ein beeindruckendes Gefühl, im Garten zu sein, obwohl man im Haus auf dem Sofa sitzt: "WOW!!!" 
(Jakub)

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Unser erster Eindruck: Haus, Garten und Teich wirken japanisch.

Zunächst war es nur ein Stichwort in dem netten Gespräch mit der Bewohnerin. Wir aber fragen uns: Haben Neutra und die Moderne etwas mit Japan zu tun?
(Dennis)
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Uns begegnet bei unserer ersten Erkundung der Begriff Biorealismus. Was kann das bedeuten? Welche Rolle spielen die Sinne? 
Wir werden es herausfinden...
(Anneke & Emilie)
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Als erstes fiel mir auf, dass sich alles in dieser Siedlung ähnelt. Ich sah die großen Glasfronten. Jedes Haus hat ein flaches Dach hat und die meisten haben nur ein Geschoss. 

Das, was mich an dieser Siedlung am meisten stört, sind die Einschränkungen durch Bauweise und Denkmalschutz. Von außen sieht alles gleich aus und man darf vieles nicht seinen Bedürfnissen anpassen. 
(Cedric)
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Denkmalschutz sei teuer, heißt es. Die Häuser verbrauchten viel Energie. Die Bausubstanz sei schlecht...

Was bewirkt der Denkmalschutz? Wie kann man die Gebäude erhalten und zugleich den Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden?
(Cedric und Malte)
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Schlechte Bausubstanz, hohe Energiekosten und dann noch denkmalgeschützte Baudetails.

Wer will denn das sanieren? Passt die heute geforderte Energieeinsparung zu Neutras Architektur?
(Benno)  
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Einige Bewohner leben seit den 60er Jahren in der Siedlung, andere sind gerade erst hergezogen. Uns interessiert das Leben in der Neutra-Siedlung.
(Finn, Fabian, Ramón, David, Mandy, Janina, … die ganze 10 b)
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Richard Neutra: Überblicke

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Projektträger

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Alle Inhalte und Texte wurden von der Klasse 10b des Elsensee Gymnasiums Quickborn im Rahmen des Projektes sorgfältig recherchiert und verfasst.
Sollten dennoch journalistische Ungenauigkeiten vorliegen, bitten wir diese großzügig zu überlesen oder uns freundlich darauf hinzuweisen, so dass Korrekturen möglich werden.

Projektträger:

Kulturerben | Culture Heirs e.V.
Kulturerbe & Baukulturvermittlung
Möwenstraße 41
24220 Flintbek
mobil: 0170 270 38 44
E-Mail: info(at)kulturerben.eu
Link: www.kulturerben.eu

Konzept & Projektleitung
:
Dipl.-Ing. Barbara v. Campe

Projektbeteiligte:

Laila Unger: 
Kunstlehrerin am 
Elsensee-Gymnasium Quickborn

Reza Ghadyani: 
Filmemacher 
Begleitung Foto & Videoaufnahmen

Monika John: 
Ansprechpartnerin für journalistische Tipps

Dipl.-Ing. Barbara v. Campe: 
Kulturvermittlerin 
Kulturerbe & Baukultur - digital & analog 



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Hintergründe und Projektbeschreibung

Neutras Erben: Schleswig-Holsteins unbekannte Moderne

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Hintergründe und Projektbeschreibung

https://sharingheritage.de/projekte/neutras-erben-schleswig-holsteins-unbekannte-moderne/

https://www.denkmal-europa.de

Die 1963 errichtete Richard-Neutra-Siedlung in Quickborn zählt neben der gleichzeitig errichteten Neutra-Siedlung in Walldorf bei Frankfurt zu den frühesten deutschen Bungalowsiedlungen und bildet ein städtebaulich und architektonisch einzigartiges Bauensemble von internationalem Rang. Die Siedlung besteht aus 67 ein- bzw. zweigeschossigen Einzel- und Doppelhäusern, die in neun Typenbauten ausgeführt sind. Kennzeichnend für die Häuser sind typische Merkmale des Neutra-Stils wie große Glasflächen, fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenräumen, „reflecting ponds“, überkragende Flachdächer und asymmetrische Grundrisse. Richard Neutra war es wichtig, die Bedürfnisse seiner Bauherren zu kennen. In diesem Zusammenhang schuf er den Begriff des „Biorealismus“, der den Menschen und seine sinnliche Wahrnehmung in Wechselwirkung mit der Umwelt ganzheitlich zu verstehen suchte. Die Bauten stehen seit 2006 unter Denkmalschutz. 

In diesem Projekt bekamen junge Quickborner „Kulturerben“ die Möglichkeit, die eigene unmittelbare Umgebung aus verschiedenen Blickwinkeln wahrzunehmen und sich im Sinne „Forschenden Lernens“ selbständig zu erschließen. Subjektive Eindrücke wurden dabei ebenso erfasst wie historische Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen. Diese galt es zu dokumentieren. 

Ziel war die Erarbeitung einer Online-Publikation, in der Hintergründe und Besonderheiten des Entwurfs von Richard Neutra zur Geltung gebracht werden sollten. Zugleich wurden auch ortsspezifische, vielfältige Wahrnehmungen und Bedürfnisse aus 60 Jahren Bewohnergeschichte dagestellt. Interviews mit langjährigen Bewohner*innen der Siedlung, Neuhinzugezogenen und Expert*innen wurden durch historische und aktuelle Foto- und Filmaufnahmen der Häuser ergänzt. 

Parallel wurden die Ideen der Moderne untersucht und Fragen entwickelt: Welche Rolle und welche Bedeutung hatte die Siedlung für die Entwicklung eines schleswig-holsteinischen Dorfes hin zur Kleinstadt? Ist die Siedlung ein Fremdkörper - ein "Iglu in der Wüste"? Ist Neutras Architektur ein Bestandteil der „Europäischen Stadt“? Oder hat die internationale Baukultur, die - vor knapp 60 Jahren in die dörfliche Peripherie verpflanzt - eine andere Idee transportiert, die mittlerweile Teil des Selbstverständnisses unserer Gesellschaft geworden ist? Welche Visionen verbanden sich mit der Architektur? Welche lebensweltlichen Ansprüche hatten die Bewohner*innen? Was ist davon noch aktuell und was muss heutigen Ansprüchen angepasst werden? 

Das Projekt greift damit die Idee des Europäischen Kulturerbejahres 2018 auf, sich interdisziplinär und generationenübergreifend mit dem kulturellen Erbe auseinanderzusetzen und gewonnene Erkenntnisse zu teilen: „Sharing Heritage“. Leitthemen sind das „Gelebtes Erbe“ und „Die Europäische Stadt“. Der angestrebte Diskurs der „Erben Neutras“ wird zeigen, welche Bedeutung den Quickborner Bauten des weltweit tätigen Architekten zukünftig zukommen wird. 

Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit dem Elsensee Gymnasium Quickborn und Kulturvermittlern des Landes Schleswig-Holstein statt, die als Expert*innen für Kulturerbe & Architektur, Foto & Film sowie Kommunikation & Medien das Projekt dauerhaft begleiten. 

Träger des Projektes ist der gemeinnützige Verein „Kulturerben | Culture Heirs e.V., der sich die Vermittlung von Kulturerbe und Baukultur im Rahmen kultureller Bildung zum Ziel gesetzt hat. 

Das Projekt wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein als Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr gefördert. Netzwerkpartner sind das Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, die Stadt Quickborn und die Richard J. Neutra Gesellschaft e.V.

Dipl.-Ing. Barbara v. Campe
Kulturerbe & Baukulturvermittlung (Konzept & Projektleitung)
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Neutras Biographie: Einflüsse und Inspirationen

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Eine Recherche von Malena und Irina

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Richard Neutra wurde in Wien geboren, als dies noch kulturelles Zentrum des über Ungarn bis auf den Balkan reichenden Habsburger Imperiums war. Als Nachzügler wurde er von seinen drei sehr viel älteren Geschwistern früh an das kulturelle Geschehen Wiens herangeführt.

Friedrich Nietzsches Philosophie, Sigmund Freuds Psychoanalyse, Gustav Mahler, Arnold Schönbergs 12-Ton-Musik und die Wiener Avantgarde gaben in seinem Elternhaus regelmäßig Anlass zu Gesprächen.
(Malena und Irina)
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Richard Neutra ließ sich beruflich nach eigenen Angaben durch das Wirken von vier Architekten inspirieren: Otto Wagner, Adolf Loos, Louis Sullivan und Frank Lloyd Wright.  

Prägend war eine an das Studium anschließende Ausbildung bei dem Schweizer Landschaftsarchitekten Gustav Ammann. Hier begann Neutras Begeisterung dafür, geometrische Formen als Kontrast und Wechselspiel mit der Natur einzusetzen.

Gestalterisch anregend, finanziell aber unbefriedigend war die spätere Mitarbeit im Berliner Büro von Erich Mendelsohn im Umfeld der Bauhaus-Architekten und Novembergruppe. Neutra verließ deshalb bereits 1923 Europa und ging in die USA. Hier traf er auf seine großen Vorbilder und wurde für Frank Lloyd Wright tätig. 
(Malena und Irina)
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a_schau Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert

Die „a_schau“ ist die Dauerausstellung des Az W. Sie zeigt einen kompakten Überblick zur Entwicklung und Geschichte der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts und einen einzigartigen Blick auf 150 Jahre Architekturschaffen in Österreich.

Hier findet Ihr kleine Hörspiele zu Wiener Architekten.

Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S.105.

Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S.32.

(Aber) "wie konnte mir in einer großen Stadt von Mietshäusern die Ahnung von naturnahen Heimen aufgehen, die gegen lauten, schmutzigen, gefährlichen Verkehr abgeschirmt sind, von Häusern, in denen ein noch so kleiner Lebensraum doch noch irgendwie an der Mutterlandschaft draußen hängt und den Menschen mehr freien Raum bietet, nicht länger von ihren eigenen schweren Möbeln und monumentalen „guten Stücken“ bedrängt? Wie konnte ein in der wilhelminischen Zeit aufgewachsender Junge darauf kommen, sich ein gutbürgerliches Zuhause auszudenken, das in harmonischer Weise so auf das Wesentliche vereinfacht war, dass eine Familie ist gut selbst bedienen könnte, ohne Hilfe von Hausmädchen,(...)

In meinem Kreis gab es kein Verlangen nach einem „frischen Wind“. Auf die Frage, was mich eigentlich auf eine neue Bahn gelenkt hat, ließe sich sagen: es muss genau das gewesen sein, das trübe Verkümmerte und Verkümmernde um mich herum. Enge, Freudlosigkeit und wirkliche Schalheit waren früheste und beste Führer in eine neue Umgebung, nach der man sich sehnen konnte."

Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S.32 Teil 2.

"Bei vielen beginnt das früh, die menschliche Zuneigung zu anderen, die Erinnerung an das Heim, in dem sie aufwuchsen zu verschönen. Er schwebt Ihnen dann ein ganzes Leben hindurch als nachahmenswert vor, ein Vorbild, dem sie folgen müssen und nie ganz entkommen. Ich hatte vielleicht das Glück, diese beiden doch voneinander getrennten Dinge auch getrennt zu halten. Meine Eltern, meine Schwester und meine älteren Brüder waren gut zu mir und für mich in vielem anregend. Ich liebte sie, aber irgendwie hat mich das alles nicht geblendet und nicht verhindert, dass in mir gegen das Gebäude, in dem wir wohnten, und die Straße in der unser Haus stand, Gefühle aufkommen. ...Es war ein dreistöckiges Gebäude, wo wir lebten, und unsere Wohnung lag eine weit geschwungene Treppe hinauf über dem Erdgeschoss. Die Windungen und der kühle Zug sind wir noch im Traum manchmal gegenwärtig. Was passiert in einem und um einen herum, während man eine Treppe hinaufsteigt, und was bleibt an uns hängen als dauernde Erinnerung? Es ist ein gutes Beispiel für das Erleben von Architektur."

Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S.39 und 40.

"Schließlich gab es noch einen ziemlich dunklen, großen Flügel, unter dem ich gerne in Geborgenheit auf dem Bauch lag, wobei ich mit meinem Speichel ein paar alte, verrunzelte Wildlederhandschuhe anfeuchtete, sie streckte und glättete, bis sie ihre alte Form wieder annahmen. Dort muss ich meine Neigung zur Vollkommenheit und zur Vervollkommnung irgendeines Vorgangs, die mir immer treu geblieben ist, entwickelt haben. (...)

Manche Laufbahn mag durch eine frühe Liebe zu dem ein Ding und Abscheu vor einem anderen bestimmt werden. Die Dinge, an die ich hier denke, waren Teil einer mächtigen Konstellation, die durch tausend kleine Hebel und Fernsteuerungen das Leben des Mannes gelenkt haben, der ich werden sollte." 

Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S.43,44,46.

"Aber von den frühsten Erinnerung an, zur Hälfte unterbewusst und zur Hälfte mir lebendig und ganz seltsam bewusst, war doch der stärkste Einfluss der meiner älteren Brüder. Sie bewegten sich in Gefilden, die von meiner nicht belesenen oder etwa hochgeschulten Eltern voller Ehrfurcht betrachtet wurden. Im Schlafzimmer der Brüder, das gleichzeitig auch ihr Arbeitszimmer war, stand der Bücherschrank, darauf ein Globus und noch mehr Bücher auf einem Tisch.  (...)
Mein Bruder Siegfried war mein Idol, und fühlte ich mich unbeobachtet, lauschte ich jedem Wort, das er seinen Studiengenossen gegenüber äußerte. Seine liebsten Gefährten in der technischen Hochschule in Wien waren, bewundernswürdig vernünftig und ruhig. (...)
Von ihm hörte ich früh zum ersten Mal und mit Begeisterung den Namen Friedrich Nietzsches (...)
Mein Bruder Siegfried spielte ebenso wie mein Bruder Wilhelm gerne Geige. Regelmäßig nahm sie an einem Quartett von Freunden teil und verkehrten mit Arnold Schönberg und dessen Kollegen. Wie in so vielen Wiener Familie gehörte die Musik auch in unser Haus."

Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S.48

"Aber es war das allererste Mal, dass mir Architektur und eine Stilart bewusst wurden, zumindest als Gesprächsthema. Die ersten Erfahrungen damit hatte ich unbewusst gewonnen, als ich mit drei Jahren auf einem riesigen Parkettfußboden saß, außer jenen offenen Fugen etwas hervorpulte und die Messingknäufe meiner Spielsachenkommode ableckte. Diese Erfahrungen waren weit mächtiger als eine Theorie. (…)

Die von Menschen für sich selbst gebaute Welt ist im Grund ein unheimlich kontinuierliches Problem, das bedeutet, dass wir uns stets mit unserem eigenen organischen Habitus auseinandersetzen müssen, seit wir von den Dschungelbäumen heruntergeklettert kam. Meine Vorfahren waren also von ihren Bäumen herunter, aber ich war ein Stockwerk-Kind, oben eingesperrt. Tatsächlich hatte ich keinen Spielplatz." 

Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S.51.

"Der gesamte Stadtplan Wiens, die alte mittelalterliche Innenstadt um den Stefansdom herum, Maria am Gestade, die Michaeler Kirche und die Minoriten Kirche sind noch immer in meinem Blut, wenn ich von Stadtplanungen und Stadtliebe spreche. (…)

Ich liebe das alles, es macht mir Spaß, ist mit einem Bleistift nachzuzeichnen, aber stets bin ich davor zurückgescheut, wenn ich es in Imitationen nachgeahmt sehe, für die wir ganz einfach zu spät geboren sind." 

Wiener Erinnerungen

Auf dieser Seite findet Ihr Zitate aus Neutra Biografie "Auftrag für morgen".
Klickt auf die Lautsprecher, um seine Erinnerungen an seine frühen Jahre zu hören.

Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S.51.

"Meine Schwester hatte eine lange Reihe von Verehrern, Studenten der Medizin, angehende Ingenieure, methodische Soziologen und erregbare, Revolutionäre, gewissermaßen die „beatniks“ jener Zeit. So geriet ich, der kleine Gefährte meiner Schwester, in eine überraschende und vielfältige Gesellschaft. Einmal kam ein russischer Nihilist in schwarzem Hemd (…)."

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Neutras Wiener Lehrmeister, Adolf Loos, hatte Neutra mit seiner Begeisterung für die moderne US-Architektur und die Bauten Frank Lloyd Wrights angesteckt. In den USA angekommen, nahm Neutra Kontakt zu Louis Sullivan und Frank Lloyd Wright auf.

Neutras Bestreben, Bauwerke möglichst nahtlos in die Naturlandschaft einzufügen, der Austausch mit seinem Bauherrn und Mediziner Philipp Lovell, der eine ganzheitliche Gesundheitstheorie vertrat sowie die Beschäftigung mit japanischer Architektur hatte starke Auswirkungen auf seine späteren Entwürfe - vermutlich auch auf die Quickborner Siedlung.
(Dennis und Jakub)
https://en.wikipedia.org/wiki/Lovell_House
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Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S. 177 Teil 1.

"Ich ging nach Amerika, weil drei Menschen und einiges von dem, was ich gehört hatte, mich stark in diese Richtung beeinflussen. 
Der erste Mensch, der einen tiefen Einfluss auf mich ausübte, war der äußerst unorthodoxe Architekt Adolf Loos, der heute als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der anfänglichen Entwicklung der modernen Architektur anerkannt ist, einer Architektur, die den Weg zu einer klareren, zu einer bewussten Übereinstimmung mit ihrer eigenen Zeit suchte. Er selber wurde von seinen Zeitzeugen als Leichtgewicht befunden und von manchen sogar als Schwindler und komische Niete betrachtet. 

In gewisser Weise war er als Mensch, obwohl er wie meine Mutter aus Mähren stammte, in der Wiener Tradition stark verwurzelt, und vielleicht der wienerischte Mensch, den ich mir vorstellen kann. Aber gleichzeitig wandte er sich scharf gegen ein Formalismus einer alten Kultur." 

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S. 177 Teil 2.

"Nachdem er seine einjährige Militärdienstzeit als Freiwilliger hinter sich gebracht hatte, ging er nach Amerika, wo er zwei Jahre blieb. Er muss damals etwa 21 oder 22 Jahre alt gewesen sein (…)
Er war der Ansicht, die er ohne weiteres verallgemeinerte, dass nämlich seine Amerikaner herrliche Menschen seien. (....)
Er aß und trank mit den von Armut geplagten Einwanderern, die mit ihm im gleichen Boot saßen. Und die meisten Geschichten, die erzählte, waren für mich von unschätzbarem Wert; aber echte, hundertprozentige Amerikaner kamen in ihnen kaum vor! 
(...) Diese Art Amerikaner spiegelten den Geist des Landes in einem bedeutsamen Anfangsstadium. Sie alle befanden sich in jenem Vorgang der Entrümpelung und sie alle wurden zu einem neuen Realismus bekehrt, zur Freiheit von historischen Vorurteilen, die in der überalterten politischen Geographie ihrer früheren Heimat ihr Blut schwer gemacht und vergiftet hatten. Sie wurden, so wie Loos sie sah, wirklich gutherzige Menschen, die sie zu Hause nicht gewesen waren (...) Er sprach halb unbewusst von den Wirkungen, die das hier ausgebildete Seelische in diesen klassischen Land der Einwanderung auf alle zuziehenden Menschen ausübte, auf seine Neu-Einwanderer: Wie nämlich eine Veränderung mit ihnen vorging und worin die Kraft einer umgeschmolzenen Menschheit in diesem Land lag. Das war seine Geschichte von Amerika (...)" 

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S. 190f. Teil 1.

"Der nächste Mann, der mich beeinflusste, war von einer ganz anderen Art und ein Amerikaner der zweiten Generation: Es war Frank Lloyd Wright,(…) 
Als ich zum ersten Mal vor oder neben Frank Lloyd Wright stand, war es so, als hätte man plötzlich das Einhorn oder irgendein anderes Fabelwesen, das man hinter dem Regenbogen suchte, nun richtig zu Gesicht bekommen. Ich kannte damals von ihm nichts weiter als eine großartige Veröffentlichung, die 1911 in Deutschland über ihn herausgekommen war. Es war, glaube ich, die monumentales der Veröffentlichung über einen jungen Architekten, die jemals erschienen ist, und er selber hat dafür opferfreudig bezahlt, diesem Buch einen Weg zu bahnen – er war erst 40 Jahre alt und konnte sich doch diesen höchst verdienten Schritt einer Botschaft in die Welt leisten. Der große grafische Band war eine Art wunderbare Mappe; wenn ich mich recht erinnere, etwa im Format von 50 × 75 cm, eine Folge von Blättern, auf denen die fantastische Lebenskultur von mir bis dahin noch unbekannten Menschen dargestellt wurde. Es war so, als sähe man die Darstellung von Häusern für Wesen einer andere Welt, auf dem Mars; es waren Dinge, die in Wien völlig unmöglich waren, zum Beispiel wegen der Enge der Lebensumstände und der geschichtlich bedingten Wirklichkeit, der Vorurteile oder einfach überhaupt der Ärmlichkeit der europäischen Bevölkerung." 

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S.191f.

"Ich konnte über die Zeichnungen und die Grundrisspläne nur staunen, denn sie sahen so ganz anders aus als alles, was ich bis dahin vor Augen bekommen hatte. Diese Häuser hatten keine Wände und die Zimmer öffneten sich nach allen Richtungen (…)
.Es war wohl in diesem unberührten und sich unendlich weit dehnenden Flachlandparadies, wo Frank Lloyd Wright jene niedrigen Gebäude baute mit den riesigen, sie überschattenden Dächern und langen Fensterreihen, wie die eines in eine abenteuerliche Weite hinausfahrenden, transkontinentalen Zuges, mit dem Blick auf eine offene, vom Wind durchwehte Landschaft." 

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S.202..

"Abgesehen von Loos, der ein enthusiastischer Amerikaner aus Wien war, gab es auch Wright als meinen Vater, und ich war wirklich ein Amerikaner der zweiten Generation, der sich allerdings seinen amerikanischen Mitbürgern noch nicht recht angepasst hatte. 
Dann war da noch ein dritter Vater da, der in meiner Einbildung lebte, ein großer Mann in Chicago: Louis H. Sullivan, Wrights Lehrmeister, der das Auditorium, das Warenhaus Carson Pirie Scott und anderes Großstädtisches gebaut hatte. Ich sah mir alle diese Gebäude an und fand sie außergewöhnlich. Dort, mitten in Nordamerika, dachte ich, ließen sie sich fast mit dem vergleichen, was mein Idealbaumeister, Otto Wagner, in Wien im Herzen Europas geschaffen hatte. Das war die höchste Anerkennung genialer Leistung im Bauwesen, deren ich überhaupt fähig war." 

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S.233.

"In Kalifornien fand ich, was ich erhofft hatte, dass nämlich die Menschen geistig noch unvoreingenommen und beweglicher waren und daher bereit, neuartige Ansichten aufzunehmen. Es war möglich, sich ganz anders zu kleiden oder fast gar nicht, und sich überhaupt so zu benehmen, als wäre man auf einem Kostümfest, wo man doch so ziemlich alles tun kann, was einem gerade einfällt und Spaß macht. Dies alles schien mir Hinweis genug, ich sollte doch etwas Neues versuchen, dass sich von angestammten Gewohnheiten, seien sie nun europäisch oder amerikanisch entfernte, und sollte auch das Denken und die Verhaltensweise der Menschen sozusagen in einer Art tropischer Entfaltung kennenlernen." 

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S.238 Teil 1.

(Neutra bezieht sich auf Mies van der Rohe und Walter Gropius.) "Wie ich später in Kalifornien erfuhr, nannte man dies den „Internationalen Stil, von der Industrie und einen neuen, von der Maschine bestimmten Zivilisation gezeugt. 

Aber ich war nun selber einem anderen Ruf gefolgt. „California calls you“. Ich hatte Kaliforniens Ruf vernommen und war ihm gefolgt, dem Ruf dieses Landes mit seinem milden Klima, nicht, weil ich mich aus der Entfernung nach ihm gesehnt hätte, sondern um wirklich unter den anderen dorthin verpflanzten Menschen zu leben, die ihre Ungebundenheit und die Möglichkeit, wieder im Süden zu sein, genossen.

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S.238 Teil 2.

"Ich beobachtete sie mit Lust und Eifer. Wright und Gropius hatten sich über Kalifornien nicht sehr günstig ausgesprochen, aber es war das zeitgemäßeste Land des Südens, auf der Suche nach einer Lebensart, die der Forderung des Tages entsprach. 

Mies van der Rohe und Le Corbusier haben es niemals besucht. Hätten sie es getan, so wäre es Ihnen sicher schwer gefallen, sich mit seiner kulturellen Naivität anzufreunden." 

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S.239 Teil 3.

"Ich war nicht gekommen, „der Menschheit Formen zu geben“, sondern ich folgte dem Ruf, die Anpassung des Menschen in seinem Tun an die Situation herbeizuführen, in der wir stehen, nachdem sich die Gletscher glücklich zurückgezogen haben. (…) 

Hier, in diesem Rückblick, wollte ich nur zusammenfassend sagen, dass ich plötzlich in mir spürte, dass südliche Kalifornien sei ein Gottesgeschenk." 

Richard J. Neutra: Auftrag für morgen, Los Angeles 2014, S.240.

"So versuchte ich einen Anfang zu machen. Die Häuser für Menschen aus Fleisch und Blut, die ich baute, wurden – unter dem Motto: „das Innere und Äußere verschmolzen“ – mehr oder weniger überall bekannt (…)."

Reisenotizen: Amerika

Auf dieser Seite findet Ihr Zitate aus Neutra Biografie "Auftrag für morgen".
Klickt auf die Lautsprecher, um zu hören, warum ihn Amerika begeisterte.

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Japanische Einflüsse

Texte und Zitate zu Japans Einfluss auf die Architektur Frank Lloyd Wrights und seinen Schüler Richard Neutra.

https://theconversation.com/frank-lloyd-wrights-japanese-education-78380?xid=PS_smithsonian

Artikel (englisch) über den amerikanischen Architekten Frank Llloyd Wright und die Weiterentwicklung gestalterischer Impulse aus Japan.

Kevin Nute, Professor of Architecture, University of Oregon: Frank Lloyd Wright’s Japanese education, 2017.

Richard Neutra: Wenn wir weiterleben wollen, Hamburg 1956, S.185 Teil 1.

"Wer in Japan reist, dem fällt sofort auf, dass die Redeweise und das ganze Benehmen der Japaner weniger geräuschvoll, gedämpfter ist als die entsprechenden abendländischen Ausdrucksformen. Japanische Kinder werden früh zu Zartheit in Lautgebung und Berührung erzogen. In einem japanischen Innenraum, in dem Ölpapier und dünne Seide über unglaublich schmale Rahmen aus Kryptomerienholz gezogen sind, würde ein amerikanisches Kind lärmend und ruinös wirken."

Richard Neutra: Wenn wir weiterleben wollen, Hamburg 1956, S. 185 Teil 2.

Das japanische Heim mit seinen akustischen und anderen spezifischen Eigentümlichkeiten ist der Kern einer breiten Kultur, deren Lebensformen innigst mit der Architektur und ihren mannigfaltigen sinnfälligen Realitäten zusammenhängen. Andere Bauten, wie das Kaufhaus, das Teehaus, das japanische Restaurant mit seinen chambres particulières, die auf leicht gebautes Veranden und gärtnerisch subtil behandelte Höfchen hinausgehen, ahmen die häuslichen Interieurs genau nach und wiederholen deren akustische und andere Kennzeichen."

Richard Neutra: Wenn wir weiterleben wollen, Hamburg 1956, S. 185, Teil 3.

Alle zum Aufenthalt für Menschen bestimmten Räume in Japan sind, verglichen mit den unsrigen, klein, weil sie den kleinen Wuchs der Japaner angeglichen sind. Die subtile Akkuratesse in der Kleidung und dem Make-up der Frauen, der feinen Schliff der Bauten und Möbel, die Zartheit der Kakemonos und Rollbilder sowie der Kirschzweige und Chrysanthemen, die frei wählerisch in gleichfalls wählerisch aufgestellten Vasen mit mannigfaltigen Glasuren angeordnet sind – all das erscheint als eine Konzession an Kurzsichtige oder doch an Menschen mit dem Wunsch nach visuellen Genüssen in der Nähe. Wenn man ein paar Japaner in einem kleinen, beinahe leeren Zimmer von 10 oder 12 Fußmatten Ausmaß sitzen sieht, wie sie mit dem Tanzen von „maikos“, junger Novizen des Geisha-Berufs in blumigen Kleidern, zusehen, dann erkennt man, dass sie zu einem Volk mit besonders begnadeten Augen gehören, dessen Umwelt einst planmäßig von allem störenden visuellen Wirrwarr gereinigt worden war." 

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/form1931/0104/scroll

Neutra beschreibt japanische Wohnformen in der Bauzeitschrift Die Form 1931.

Richard Neutra: Wenn wir weiterleben wollen, Hamburg 1956, S.85 Teil 1.

"Jenseits des Stillen Ozeans lebt auf den japanischen Inseln eine ganze Nation seit tausend Jahren in genau normierten Wohnungen. Ihre Art von Massenstandardisierung geht weit über alles hinaus, was im Industriezeitalter je versucht oder auch nur in Erwägung gezogen worden ist. Japanische Städte waren das Entzücken zahlloser Besucher aus Amerika, und doch bestehen die Städte aus Häusern und die Häuser aus Zimmern die alle streng nach einem einzigen Flächenmaß dimensioniert sind: der japanischen Fußmatte von 3 × 6 Fuß. Sauber aneinandergelegt, bedecken diese Matten lückenlos den Boden jedes Zimmer, dessen Fläche also ein Vielfaches des Grundmaßes ist. Millionen von Häusern sind genau abgemessene Zusammenfügungen solcher einheitlich proportionierten Zimmer, und dabei gibt es nicht einmal einen starken Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Gebieten, wie er in Europa so krass herausgebildet ist.

Richard Neutra: Wenn wir weiterleben wollen, Hamburg 1956, S.85 Teil 2.

"Solch eine Standardisierung der Maße von Schiebetüren und Täfelungen, von eingebauten Schränken, Dachkonstruktionen, Balkongittern und hölzernen Badewannen ermöglichen es dem entwerfenden und bauenden Zimmermann, seinen Grundriss auf die einfachste Weise zu skizzieren. Feste Maße bestimmen alle Bauteile und geben dem Leben Gestalt."

Reisenotizen: Japan

Auf dieser Seite findet Ihr Zitate aus Neutra Architekturtheorie "Wenn wir weiterleben wollen" sowie Verlinkungen zu weiteren Hintergrundinformationen über den Einfluss Japans auf die Entwürfe Frank Lloyd Wrights und Richard Neutras.
Klickt auf die Kreise, um mehr zu erfahren.

Expertenwissen

Professor Mehlhorn berichtet aus Japan.

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Richard Neutra hielt den Kontakt nach Europa. Immer wieder kam er zu Konferenzen, wie dem Europagespräch 1963, oder gab Interviews.
Hier ist eine Tonaufnahme aus dem Jahr 1958, in der er von seinen aktuellen Tätigkeiten berichtet.
https://www.mediathek.at/portaltreffer/atom/08FCDF9C-185-002E7-00000D94-08FBFCE2/pool/BWEB/
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Der gezeigte Filmausschnitt stammt aus einem Lehrfilm des österreichischen Bildungsministeriums für Unterricht aus dem Jahr 1970.
Produzent: Regler-Film, Wien
Filmidee: Hugo Käch
Buch: Niels Köpf
Ausgestrahlt: Bayrischen Rundfunk 2010

Wir danken Dion Neutra für die Nutzungsrechte.

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Die Moderne

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Stefan Zweig beschreibt in seinem gleichnamigen Buch Die Welt von gestern das Leben in Wien vor den großen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. 

https://www.mediathek.at/atom/135BAE15-37C-0002E-00000B84-135B28B9

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Massengesellschaft und technischer Fortschritt, kultureller Verfall oder Aufbruch? In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg kommt es in Wien zu einer Blütezeit in der Philosophie Friedrich Nietzsche, Malerei, Architektur, Musik Gustav Mahler und Literatur - Jung-Wien, aber auch in der Mathematik, der Medizin Sigmund Freud und den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Die Architektur prägten Otto Wagner und Adolf Loos. Es ist die sogenannte Wiener Moderne.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Moderne
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Die „Moderne“ ist eine Bezeichnung für eine Architekturepoche, die schwer zu definieren ist. Sie wird in mehrere Phasen geteilt: 

Bereits in der Zeit von ca. 1800 bis zum Ende des ersten Weltkriegs 1918 werden sich wandelnde Baustile als „modern“ bezeichnet. Ende des 19. Jahrhunderts entsteht ausgelöst durch die englische Arts and Crafts Movement in Europa der Jugendstil, dessen Aufbruchgedanken nach dem 1. Weltkrieg zur Grundlage des Neuen Bauens , der Neuen Sachlichkeit, des Internationalen Stils und des Bauhauses werden.
 
Eine weitere Bezeichnung der Moderne bezieht sich auf die Zeit nach 1945: Die Nachkriegsmoderne. Diese Moderne ist jene, die uns heute noch geläufig ist und uns in Quickborn begegnet. 
(Saskia, Emily, Janina) 
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Die Architektur der Moderne definiert sich über neue Materialien, Technologien und Ziele: Glas, Stahl, Beton. 

Richard Neutras Bestreben lag darin, die modernen Errungenschaften industrieller Fertigung von Bauteilen in eine spezielle, dem Menschen angemessene Architektur zu übertragen. Neutra erschuf ganze Siedlungen mit ein und denselben Bautypen. Es gelang ihm, die serielle, industrielle Bauweise der Moderne in qualitätvolle Architektur für viele zu übertragen. 
(Saskia, Emily, Janina) 
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Flachdach oder Steildach war ein Streitpunkt in den 20iger und 30iger Jahren, der im sogenannten Zehlendorfer Dächerstreit in politische Statements mündete.

Flachdächer gab es schon in der Antike, im Mittelmeerraum sowieso. In Mitteleuropa beginnt der Flachdachbau mit Schinkels Bauakademie und als massive Erscheinung und vielfach umstrittene Dachform mit der Moderne des 20. Jahrhunderts und den uns nun schon bekannten Architekten. 

Wer mehr wissen will, warum Neutra Flachdächer baute...
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Wie hängt das alles zusammen?

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http://denkmalpraxismoderne.de/bausystem-und-tragwerk-stahl/

Im 19. Jahrhundert kommt es durch die Entdeckung der Dampfmaschine und deren Einsatz für die industrielle Fertigung von Waren zu ganz neuen gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Von der Industriellen Revolution und Gründerzeit habt Ihr sicherlich gehört: Großartige Erfindungen (Technik, Medizin, Kunst, Kultur), Massenproduktion, weltweiter Handel (Dampfschifffahrt, Eisenbahn), Ausbau der Kolonien, boomendes Städtewachstum, Landflucht und zugleich wachsende Armut, Krankheit und soziale Ausbeutung. Althergebrachte Lebensmodelle und Herrschaftsstrukturen funktionieren nicht mehr wie gehabt und werden in Frage gestellt, neue Theorien werden entwickelt, auch mit - wie wir heute wissen – nicht unproblematischen und folgenreichen Lösungsansätzen.

Künstler greifen die gesellschaftlichen Veränderungen auf, spiegeln sie in ihren Kunstwerken, Literatur und Musik wider: Impressionismus, Expressionismus, Kubismus, atonale Musik, …Sezessionen in Berlin, Wien, Dresden,… eine stetige Weiterentwicklung, die im ausgehenden 19. Jahrhundert beginnt, im 1. Weltkrieg traumatische Formen annimmt und in der Weimarer Republik auch in der Architektur sichtbar wird. Verschiedene Gruppierungen finden sich zusammen: Novembergruppe, Gläserne Kette, Bauhaus… eine linksliberale, experimentierfreudige Avantgarde, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen will. Auch, indem sie einen „neuen Menschen“ erziehen will.

Hier spielt auch die von Sigmund Freud Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Traumdeutung eine Rolle, durch sie entsteht eine neue Disziplin, die Psychoanalyse,… die wiederum für Neutras Architekturtheorie wichtig ist.
Ganz schön komplex!

2. Architektur - Konstruktive Entwicklungen und neue Baustoffe

Stahlskelettbau.
Mit der Entwicklung des Stahlskelettbaus wird es statisch möglich, die Stärke des Mauerwerks auf gleichbleibende Stärke in allen Geschossen zu reduzieren und Decken mit größeren Spannweiten zu bauen. Vorher nahm die Stärke der Außenmauern in jedem Geschoss ab. Um hoch bauen zu können, musste man mit entsprechend dicken Wänden anfangen. Ein Mauerwerksversprung im nächstfolgenden Geschoss bildete das Auflager für die hölzernen Deckenbalken. Die Länge der Deckenbalken wiederum war wiederum durch die Biegesteifigkeit von Holz begrenzt. Dicke hölzerne Unterzüge wie in den Palästen der Renaissance oder des Barocks standen in der benötigten Menge für den Wohnungsbau des 19. Jahrhunderts nicht zur Verfügung.

Zugleich hatte man begonnen, statische Kräfte genau zu berechnen. Die Folge: Bank oder Bürohaus wurde vom Fundament bis zum Dach von Technikern am Reißbrett berechnet, die die bauliche Kapazität von industriell hergestellten Trägern und ihren Verbindungslinien genau ermitteln konnten.

In den USA entwickelte sich daraus der Hochhausbau. Hier war man nicht an mittelalterliche Stadtkerne und die baulichen Schichtungen vieler Jahrhunderte gebunden (s. Die europäische Stadt), sondern konnte schnell und hoch zeitgemäße Massenquartiere mit entsprechenden Verkehrswegen schaffen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Stahlskelettbau

Experimentiert wurde dabei mit Glas und Eisenbeton/ Stahlbeton.

Glas
Durch den Stahlskelettbau konnten Fenster und Glasflächen, unabhängig von bis dahin notwendigen tragenden Wänden, Pfeilern und Bogenkonstruktionen großflächig eingesetzt werden. Ganze Geschosse wurden verglast und umlaufende Fensterbänder gebildet.

Stahlbeton
Gleichsam als Weiterentwicklung des historischen Lehmbaus wurde mit Eiseneinlagen in Beton experimentiert, die mit Zement ausgegossen wurden. Wände, Decken und Dächer konnten nun als Platte und Scheibe (flach) konstruiert werden. https://de.wikipedia.org/wiki/Stahlbeton

3. Historisch Ereignisse, Politik und Architektur

Technische Errungenschaften, gesellschaftliche und politische Dynamiken und letztlich die Katastrophe des 1. Weltkrieges (industrieller Krieg, traumatische Erlebnisse, Zusammenbruch nahe zu aller Strukturen, soziales Elend) führte bei vielen zu dem Wunsch radikaler Neuordnung. Wie kann Architektur sinnvoll für den Menschen eingesetzt werden? Wie kann die serielle Vorfertigung von Bauteilen für kostengünstige Bauten genutzt werden, die allen menschenwürdiges Wohnen ermöglicht?

Der Architekt Bruno Taut kommentierte die schlechte Baulage nach dem 1. Weltkrieg mit der Bemerkung, dass die Situation eigentlich gut sei, denn so könnten die verschiedenen Theorien reifen. Die intensive, theoretische Auseinandersetzung mit dem Neuen Bauen brachte zwar große, jedoch auch viele selten realisierte Konzepte hervor.

Licht und Luft, sollte durch städtebauliche Vorgaben und durchdachte Grundrisse also die sinnvolle Ausnutzung allen umbauten Raumes, ohne „tote“ Ecken, neues Bauen für jeden ermöglichen.

„Das Haus für das Existenzminimum wird nicht geschaffen werden, in dem man alle Details einer Villa verniedlicht und in schlechtere Ausführung wiederholt. Das Haus für das Existenzminimum muss zugleich eine neue Wohnformen werden. Gerade die Beschränktheit der Mittel und die Beschränktheit des Raumes werden sich als fördernde Faktoren erweisen. Das Haus für das Existenzminimum muss bei geringerem Preis mehr Komfort bieten als die heute übliche bürgerliche Behausung. Das heißt, es muss besser organisiert sein und daher über einen größeren Wohnwert verfügen. Allerdings mit den Überresten der Repräsentation wird gründlich aufgeräumt werden müssen." Reto Geiser (Hrsg.); Siegfried Gideon: Befreites Wohnen, Faksimile-Ausgabe, Zürich 2019 (1928) S.12.

„Unseres Wissens hat zum ersten Mal Augustin Rey auf dem internationalen Tuberkulosekongress in Washington 1908 darauf aufmerksam gemacht, dass die Grundlage der Stadtbaus die Orientierung nach der Sonne sein muß und das vor allem darauf zu achten sein dass jede Wohnung direkt von Sonnenstrahlen getroffen werden.“ Reto Geiser (Hrsg.); Siegfried Gideon: Befreites Wohnen, Faksimile-Ausgabe, Zürich 2019 (1928) S. 14.

4. Das Flachdach und Neutras Entwurfsideen

Durch das Flachdach konnte der umbaute Raum besser ausgenutzt werden.

Führende und für Neutras Entwicklung wichtigen Architekten waren
1. Louis Sullivan https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Sullivan, und die Chicagoer Schule https://de.wikipedia.org/wiki/Chicagoer_Schule_(Architektur)

2. Adolf Loos
Adolf Loos war in Amerika gewesen und mit vielen Inspirationen nach Europa zugekehrt. Neutra besuchte in Wien seine Bauschule.
Loos baute das erstes Terrassenhaus in Mitteleuropa (Flachdach)
http://www.hietzing.at/Bezirk/geschichte2.php?id=321

3. Frank Lloyd Wright, Schüler und Mitarbeiter Sullivans entwickelte den Typus der „Prairiehäuser“. Eingeschossige in die Landschaft eingebettete Einfamilienhäuser. Die Erscheinung seiner Publikationen wirkte wie ein „Straßenfeger“ auf junge europäische Architekten. Neutra kopierte alle Grundrisse in sein Tagebuch.

Zeitgeist, technische Neuerungen, Experimentierfreude, politischer und kultureller Hintergrund haben Neutra geprägt. Seine Flachdächer sind die konsequente Umsetzung eines ganzheitlichen und in sich schlüssigen Entwurfsprozesses.

Wenn Du mehr wissen willst: Im Internet findet man unter dem Stichwort "Flachdach" viele interessante Links. Zum Beispiel hier:
http://www.proholz.at/zuschnitt/47/historische-holzflachdaecher/

(Dieser Text enstand spontan während eines Online-Chats mit Benno. Trotz mancher Ungenauigkeiten wird die Antwort auf Bennos Fragen hier als Beispiel für unsere "agile" Zusammenarbeit abgedruckt.)
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Biorealismus

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Unter Biorealismus versteht man Neutras architekturtheoretisch begründete Baumethode, die Menschen mit der Natur zu „versöhnen“. Durch beispielsweise die großen Fensterflächen hat man im Inneren des Hauses das Gefühl, sich in der Natur zu befinden und mit dieser verbunden zu sein.
(Anneke & Emilie)
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Architektur, Neurophysiologie und Psychologie hängen insofern miteinander zusammen, als sich Formen, Farben, Räume etc. auf unsere Psyche und unser Befinden auswirken.
Unser Gehirn nimmt dabei verschiedene Reize wahr, die auf unser Unterbewusstsein wirken und es beeinflussen. 
(Anneke & Emilie)
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Hilmar Goedeking ist Architekt und Vorstandvorsitzender der Richard J. Neutra Gesellschaft e.V.
Wir befragten ihn am Telefon zu Neutras Biorealismus.
(Anneke & Emilie)

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Neutra in der Praxis: Städtebauliche Aspekte

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"Die „Bewobau“ Bau- und Betreuungsgesellschaft in Hamburg, erwarb mehrere Hunderttausende von Quadratmeter dieses Forstlandes zwischen Schnellfahrstraße und Vorortzügen und sandte ihre Direktoren zum auffordernden Besuch zu mir nach Los Angeles, um den zusammengewürfelten Deutschen des schnell wachsenden Nachkriegs-Rhein-Main Industriedreiecks an Wohnankerplatz etwas Besseres zu bieten: Land und Haus zusammen für 25.000 $."

(Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S. 366.)

"Die Zeitungen brachten breit die Neuigkeit, als hätte ich die Absicht, den modernen Segen und Zauber, die amerikanischen technischen Weisheiten, Einsparungen, Vereinfachungen, kurzerhand nach Deutschland zu importieren. Das war gewiss wohl gemeint und schmeichelhaft. Doch es liegt anders. Ich kam nicht her, weil die Amerikaner anders oder besser sind als die Deutschen, die durch mich von ihnen zu lernen bereit waren. Ganz im Gegenteil, ich kam her, weil die Deutschen ziemlich so sind ja, in manchem genauso sind wie die Amerikaner und andere Menschen auch und ich hier drüben in langsamer Anstrengung gelernt hatte, mit diesen gleichen Vorlieben fertig zu werden und sie in etwas Neues umzuwandeln." 

(Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S. 367)
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Bis weit in die 60er Jahre hinein herrschte, bedingt durch die Zerbombung der Städte und die Flüchtlinge aus dem Osten, große Wohnungsnot. Die meisten Städte investierten in den sozialen Wohnungsbau, Quickborn ist einen anderen Weg gegangen.

Quickborn fragte bei Richard Neutra an, ob er nicht ein nobel-architektonisches Wohngebiet errichten wolle. Er nahm sich der Sache an. Die Investoren "Betreuungs- und Wohnungsbaugesellschaft mbH" (Bewobau) steckten 22 Millionen Mark in das Bauprojekt. Kurze Zeit später stellte sich aber heraus, dass die Investoren um ihre 22 Millionen bangen mussten. Grund war die geringe Nachfrage...
(Simon, Leon & Jasmina)

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Der Mangel an Käufern hatte zur Folge, dass weniger als die Hälfte der geplanten Siedlung errichtet wurde. Der Grund für die geringe Nachfrage lag in den Kosten und auch in der kulturellen Bedeutung der Siedlung, Bewobau-Direktor Wilhelm Krüger sinnierte: "Der Kreis der Menschen, die solche Häuser kaufen, ist doch sehr klein."
(Simon, Leon & Jasmina)
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Die Neutra-Siedlung in Quickborn beeindruckt durch ihre ästhetische und städtebauliche Gesamterscheinung. 

Richard Neutra gestaltete die Straßen der Siedlung abwechslungsreich und bettete sie bewusst in die vorhandene Landschaft ein. Die Hauptachse der Wohn-Siedlung verläuft parallel zur stark befahrenen Hauptstraße. Sie wird von den jeweiligen Enden her erschlossen und verspringt s-förmig an der topografisch höchsten Stelle. Die ursprünglich geplanten 197 Gebäude sollten sich auf zwölf seitlich abzweigende, im Frischgratmuster angelegte Stichstraßen, die jeweils in einem Wendehammer enden, verteilen. Der Trick: Die Häuser stehen versetzt zueinander. 

Auch, wenn sich die ausgeführten 62 eingeschossigen und fünf zweigeschossigen Bungalowbaute äußerlich nicht sonderlich unterscheiden, wirkt die Siedlung dadurch nicht monoton.  
(Lara, Katja, Mandy & Clara)

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Neutras Grundgedanke lag darin, das Leben von drinnen und draußen zu verbinden.  Er legte großen Wert auf viele große Fensterflächen und die Gestaltung des Gartens. Der organisch gewachsene Garten sollte einen Gegenpol zum Haus bilden. Klare Formen, die die Sinne beruhigen, stehen im Wechsel mit ständig neuen Anreizen aus dem sich wandelnden Garten. 

Die Bewohner Neutras Siedlungen sind sehr zufrieden mit der Gestaltung ihrer Häuser und Gärten. Sie schätzen das offene Miteinander und die Nähe zur Natur.
(Saskia, Emily & Janina)
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Schutz & Dynamik

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Ab 1920 begann Richard Neutra sein modernes und auch revolutionäres Raumkonzept der fließenden Räume zu entwickeln. Er öffnete den Baukörper und sprengte damit die Raumgrenzen der Architektur. In seinen Bauwerken findet man keine umschließenden Abgrenzungen, sondern nur fließend ineinander übergehende Räume. 

In Quickborn setzte Neutra diese gestalterische Idee um, indem er durchgehende Glasfronten vom Boden bis zur Decke und von Wand zu Wand schuf. Sein Ziel war es, eine großzügige optische Tiefe zu erlangen, die die Grundstücke würde größer erscheinen lassen als sie tatsächlich waren. 

Ähnlich gestaltete er die Übergänge zwischen öffentlichem und privatem Raum, indem er Zwischenzonen, sogenannte halböffentliche Räume entwickelte, die das Bedürfnis nach Abstand und Nähe auf angenehme Weise regeln.

Das Modell der "fließenden Räume" wird von Planern und Nutzern geschätzt. Geschickt eingesetzt, steckt in dem Konzept viel Potential für die zukünftige Entwicklung unserer Städte!
(Saskia, Emily, Janina) 
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Bitte klickt auf die Bilder, um zu den Interviews zu kommen.
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Expternwissen 2

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Dennis, Ramòn & Jakub im Gespräch mit 
Felix Thermann, 
Stadt Quickborn
Fachbereichsleiter Stadtentwicklung

Filmschnitt: Cedric

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Entwurf und Planung

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(…) "Ohne Keller können wir nicht leben, sagten mir die Kalifornier vor 40 Jahren. Und nun hier wieder: Man hat so viel altes Zeug und man muss Nahrungsmittel, Kartoffeln, eingemachte Früchte unterbringen, Kohle, Koks. „Ja haben Sie denn keine Ölheizung?“- „Doch, aber sehen Sie, wenn plötzlich eine Notlage eintritt! Ich sagte Ihnen doch, wir wollen sogar in der Küche wenigstens ein Platz für ein Holzkochherd! Nicht den Herd selbst vielleicht aber wenigstens Raum dafür, man weiß niemals!" 
Kein Kopfschütteln, sondern liebevolles Verständnis half mir mit dem alten Kaliforniern, die ein „Basement“ haben wollten. Ich besuchte alle Untergeschosse, die Basements wie später die Keller Hessens – manche vernachlässigt, manche sauber, alle halb oder dreiviertel leer oder voll staubigen Gerümpels. 

Also, Keller angenommen, unvermeidlich, obwohl es nun Heizvorkehrungen im Erdgeschoss gibt. Aber niemals würde ich den Keller-Wünschenden zugeben, dass Keller „ohnehin nichts kosten“. Ich rechnete Ihnen das Gegenteil vor. In Kalifornien und in Hessen, natürlich vergeblich.   

Wir öffnen die Eingangstür und einen Windfang, mit einer anderen Tür dahinter, ist "bestimmt nötig hier". Aber nun habe ich im kalten Montana und nördlich in Iowa, so gebaut, dass selbst Kanadier, die es sahen, den Windfang wegließen. 

Hier im milden Frankfurt, würde es wohl nicht gehen, sagte der Immobilienmann kopfschüttelnd. Es sitzt im Kopf, nicht im Klima. Gehen wir nachsichtig weiter und sehen eine Eingangshalle vor, klein und kleiner, weil die umschlossene Kellertreppe so viel Platz wegnimmt. Und dann ist da natürlich gegen den Wohnraum eine Wand und eine Tür. Erstens, wissen Sie, zieht es im frühen Kalifornien und späten Hessen wie in Schleswig-Holstein, ja, sogar im Tessin wo es „im Winter doch recht kalt wird“ – wenn auch nicht wie in Montana oder Spokane, wo ich langsam anders bauen durfte, denke ich im Stillen, ohne es zu sagen oder Zweifel an meinem guten Willen zu erwecken. 

Aber dann – will man doch im Wohnraum für sich sein; dass nicht jeder, der zur Eingangstür hereinkommt – sagen wir der Milchjunge oder irgendein Lieferant –, gleich alles hört, was Sie im Wohnraum sprechen, nicht? 

Mit dem Kopf nicken ist richtiger als ihn schütteln, wenn man die Ambitionen hat, ein guter Psychologe zu sein. "Tout comme chez nous" ist ein besserer Ausdruck als der des Befremdetseins.

Wie also kommt es bei den Menschen zum Fortschritt? Er muss geplant sein aufgrund von Zerebralforschung, Information dieses Gefühl tut not; wie ein Stratege sein Kriegsgefilde kennen muss und ein Gehirnchirurg weiß, wie und wo ist zunächst schneiden kann, ohne bösen Schaden anzurichten und wo nicht. (…)

Lassen wir den Windfang mal aus, nachdem wir die Eingangstür auf die Leeseite oder in eine windschattige Innenecke der Außenmauer gesetzt haben. Versuchen wir es mal, aber lassen Sie uns für den Herrn Realitätsmann eine Windfang-Innentürgarnitur so vorfabrizieren, dass sie hier, in unserem Magazin, als beruhigendes Muster für den Käufer zu sehen ist, natürlich mit einer deutlich lesbaren Preisangabe. Es wird eine Alternative: „Wenn sie es wollen“ ein „Akzessorium“ auch den Preis nach; aber bitte, es ist immerhin erhältlich auf kurze Order. Durchaus kein Kaufhindernis!"
 

(Richard Neutra: Auftrag für morgen, Hamburg 1962/ Los Angeles 2014, S. 368ff.)
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Richard Neutra hat seine flachdachigen Häuser dem kalifornischen Stil nachempfunden. Dies erklärt auch, wieso der Vorgarten der Wohnhäuser nicht mit Zäunen oder Büschen von der Straße abgetrennt wurde. 

Doch den deutschen Bewohnern war dies zu frei, weswegen die meisten Zäune gebaut oder Hecken gepflanzt haben.

Er hat das flache Dach bei seinen Häusern verwendet, damit sich diese besser in die Natur einfügen und mit ihr verschmelzen.

Natürlich führt dies bei den Bungalows oft zu Wasserschäden, weswegen die meisten Dächer schon ausgetauscht oder renoviert wurden und wohl besser im trockenen Kalifornien ankommen als im regnerischen Quickborn.

Den großen Dachüberstand, welchen man bei jedem der Neutra-Häuser sehen kann, verwendet Neutra meistens als Sonnenschutz, was man daran erkennt, dass sie immer nach Süden gerichtet sind.
 
Und die Garagen, welche man hinter der Einfahrt erkennt, wurden aufgrund von Platzmangel in bewohnbare Räume umgebaut, bevor die Siedlung unter Denkmalschutz gestellt wurde.
(Julian und Lukas)
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Es war Richard Neutra sehr wichtig,
dass das Haus nicht nur für sich steht,
sondern mit dem Garten harmoniert,
weswegen er Fenster einbaute,
welche vom Boden bis zur Decke reichen, sodass der Bewohner, wenn er sich auf seinen Sessel setzt, sich so fühlt, als wäre er draußen. 

Vermutlich denken auch die Vögel, welche nicht selten gegen die Scheiben fliegen, so. 

Der fließende Übergang wird oft noch durch eine ziegelsichtige Wand deutlich, welche von außen nach innen durchläuft.
 
Der Garten schafft in seiner natürlichen Unordnung einen Kontrast zu den geordneten Häusern. Fast jedes Haus hat einen Teich oder eine Wasserfläache, wobei Neutra stark von japanischen Bauten inspiriert wurde. 

Trotz der großen Fenster fühlt man sich nicht im geringsten beobachtet.
Das liegt zum einen daran, dass der Garten zum Haus dazu gehört und zum anderen daran, dass es eine Mauer und Zäune gibt, welche zugewachsen ist und unerwünschte Einblicke der Nachbarn in die Privatsphäre verhindert. 

Wir konnten beobachten, dass Neutras Spiderleg nicht nur eine statische Funktion hat: Es dient vielen zur Dekoration oder zum Aufhängen einer Schaukel.
(Julian und Lukas)

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Wände werden bei Neutra zu gegeneinandergestellten Scheiben. Manche sind ganz ohne Öffnungen, andere wieder total transparent.

An den Hausfassaden ranken oft Pflanzen hoch, an denen Gemüse wächst. Diese Wände ohne Fenster befinden sich so gut wie immer an den Übergängen von Privaträumen zum Garten. Man soll sich abgeschirmt fühlen.

Im Inneren des Hauses gibt es direkt vor den großen Fenstern Heizungsschächte einer Warmluftheizung, die das Haus wie eine wärmende Wand vor der Kälte schützen. Sie heizt das Haus in bis zu 30 Minuten auf. 

Zimmer, die keine Seitenfenster haben, haben Lichtkuppeln, was sich sehr gut eignet, um Lichteinfall bei Tag zu ermöglichen.
(Julian und Lukas)
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Außenanlagen

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Neutra & Lüttge: Stadtplanung und Gartenarchitektur

Eine Basis für die Planung

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Die Gärten der Neutra-Siedlung in der Marienhöhe entstanden nach Entwürfen des Hamburger Landschaftsarchitekten Gustav Lüttge.

Neutra hatte Vorgaben gemacht. Er reduzierte Wohn- und Gartenflächen auf ein aus seiner Sicht erforderliches Mindestmaß und gliederte den Außenraum in ein abgestuftes System aus öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen. Um Privatsphäre und Rückzugsräume im Garten zu schaffen, wurden die Gärten so angelegt, dass es für Bewohner unmöglich war, in andere Gärten als ihre eigenen zu schauen. Übergänge dagegen sollten fließend sein: keine durchgehenden Einzäunungen. Stattdessen sollten offene Grünflächen vor und zwischen den Häusern Durchlässe schaffen.

Gustav Lüttge griff Neutras Ideen auf. Er band die Bauten organisch in die Gartenlandschaft ein, legte Terrassen an und schuf für individuelle Bauherrnwünsche ein Baukastensystem aus Rankgittern, Zäunen und Beeteinfassungen. 
(Lara, Katja, Mandy & Clara)     

http://www.architekturarchiv-web.de/portraets/l-n/gustav-luettge/index.html 

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Sichtschutz, Windschutz oder Lärmschutz: Lüttges Rankwände aus Holzpfählen, Eternitplatten oder Backsteinen schaffen Privatsphäre und schützen vor den unerwünschten Blicken und Geräuschen der Bahn nebenan. Als Spezialist für den Garten entwarf Lüttge welche mit und ohne Sitzplatz.
(Lara, Katja, Mandy & Clara)  
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In den meisten Gärten schuf Lüttge eckige Wasserbecken, die von Waschbetonsteinen gefasst werden. Entweder sind es kleine Vogelbecken oder sogenannte Reflecting Ponds. Hier spiegeln sich Licht, Natur und Architektur. 

Neutra wollte die Verbindung, aber auch die Abgrenzung zur Natur. Er unterschied in eine sich ständig wandelnde Natur und die ruhigen, ordnenden Strukturen der Architektur. Seine Entwürfe sind gradlinig und ohne Rundungen.
(Lara, Katja, Mandy & Clara)  

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Wie Neutra wollte Lüttge, dass die Gärten eine räumliche Einheit mit Wohnungsräumen darstellen. Großzügigkeit schaffte er, indem selbst in den kleinsten Gärten die Diagonale maximal ausgeweitet wurde.

Vielgestaltig verwendete Lüttge hellen Waschbeton mit dunklen anthrazitfarbenen Betonplatten für die Wege. Sie liegen in Streifen, in Rasterungen aus hellen Platten und dunklen Feldern oder in Form eines Schachbrettmusters. Lüttge wählte als Material Beton und betont damit die neue und moderne Bauweise.
(Lara, Katja, Mandy & Clara)  

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Lüttges Bepflanzungen schaffen Kontraste. Eckige Betonumrandungen bilden Blumenbeete für Rosen und Gräser.

Kiefern, Birken und Sträucher bilden lockere Gehölzgruppen. Sie lassen die verschiedenen jahreszeitlichen Stimmungen deutlich werden und reizen die Sinne.
(Lara, Katja, Mandy & Clara)  
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Details

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Eine Dokumentation von Julian und Lukas

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Das Spiderleg ist ein Markenzeichen Richard Neutras. Es ersetzt den dicken, statisch notwendigen Mauerpfeiler an der Gebäudeecke. Dünn wie ein Spinnenbein, kann es doch die Lasten des durchgehenden Deckenbalken und des Daches aufnehmen, die auf diese Weise nach außen abgeleitet werden. Durch diesen Trick kann die Gebäudeecke großzügig verglast und der Blick in die Natur geweitet werden.
(Julian & Lukas)

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Neutra spielt mit Spiegelungen, ob auf der Wasseroberfläche, der Glasscheibe oder den tatsächlichen Spiegeln. So wird der Raum aufgelöst und vergrößert. 
Durch geschickt eingesetzte Außenbeleuchtung wird der Teich auch nachts zum Spiegel. Natur und Objekt verschmelzen miteinander.
(Julian & Lukas)
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(Cedric, Simon, Leon & Jasmina)

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Tote Winkel und Nischen in Fluren erhalten durch Einbauschränke eine sinnvolle Funktion. Passend zu den Innentüren in Mahagoni gefertigt, fügen sie sich unauffällig und elegant in die Architektur des Hauses ein. 
(Lara, Katja, Mandy & Clara)
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Lichtbänder sollen unauffällig Licht in Räume bringen, die keinen Aus- oder Einblick benötigen. Sie verlaufen direkt unter der Decke in Badezimmern, Fluren oder Treppenhäusern. Ohne den Schattenwurf eines sonst üblichen Fenstersturzes reflektiert das Licht von der hellen Decke in den Raum.
(Dennis)
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Wer sein Haus einrichtet, freut sich über gutes Licht, aber auch über möglichst viel Stellfläche in der Küche oder Sichtschutz und Privatsphäre im Bad. Beides wird durch die Lichtkuppel ermöglicht.
(Julian & Lukas)

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"Ein Stiel mit einem Deckel", so beschreibt eine Anwohnerin die Leuchte der Firma Bega, die in ihrer Schlichtheit kaum zu übertreffen ist. Ihr Licht fällt in einem sanften Kegel auf den Boden und beleuchtet so den Weg zu den Hauseingängen. 
(Jasmin)
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Die Verbindung von Material und Gestaltung

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Wir haben uns die Frage gestellt, welche Materialien Richard Neutra für die Häuser der Marienhöhe verwendet hat und wieso er diese ausgewählt hat.

Neutra liebte die Natur offenbar sehr. 
Die von ihm gewählten Materialien Ziegel und Holz gehen eine Beziehung mit der Landschaft, in der sie stehen, ein und entsprechen den regionalen Baumaterialien. Beide Materialien setzt er gezielt ein. Von innen nach außen durchgehende Ziegelwände, Deckenverkleidungen und lange Dachüberstände verbinden Innen- und Außenraum.

In vielen seiner Häuser wirkt der Wohnraum durch die hölzerne Deckenverkleidung eher dunkel. Dadurch kann man bei Nacht draußen die hellen Lichter der Stadt besser sehen. In Quickborn allerdings sind die Innenräume hell. So kann man vom Garten gut in die Wohnräume blicken.

Viele Bauteile wurden seriell gefertigt: Fenster, Türen, Treppen. 
Durch die Verwendung von Stahlrahmen konnte er große bodentiefe Fensterfronten schaffen. Alle Bauteile wirken schlank und sind auf ein Minimum reduziert. Die alten Fensterprofile sind z.B. nur ein paar Zentimeter dick.

Die Verbindung zum Garten entsteht durch große Schiebetüren. Für den Innenraum entwarf Neutra raumhohe Türen aus warmem Mahagoniholz mit einer feststehenden Blende im oberen Bereich. Die Wohnräume wirken dadurch elegant und großzügig.

Die Häuser sind nicht allzu groß, aber er hat es geschafft, durch gute Planung und praktisches Bauen Räume zu schaffen, in denen man sich wohl fühlt.
(Lara, Katja, Mandy & Clara)
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Probleme mit Neutra? Energetische Sanierung

Obwohl Neutra ein sehr guter Architekt war und seine Werke in Quickborn ziemlich beliebt sind, ist uns bei unseren ersten Besuchen aufgefallen, dass diese im Vergleich zu heutigen Häusern konstruktive Unterschiede und dadurch Mängel aufweisen. Welche das genau sind, wollen wir Euch nun präsentieren. Viel Spaß!
(Benno)

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In einigen der Neutra Häuser in der Marienhöhe wurden Fenster mit Einfachverglasung verwendet. Diese ließen mehr kalte Luft hinein und sorgten für höhere Heizkosten. Wir haben sogar von einem Fall gehört, in welchem so ein Fenster zersprang. Jedoch kann man diese nachrüsten lassen.  Allgemein müssen die Neutra Häuser intensiver beheizt werden, da sie große Glasfenster haben, die eben nicht gedämmt werden können. 
Zu diesem Thema gibt es auch noch einen kurzen Clip.
(Benno)

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Ich schätze mal, dass die meisten Leser dieses Artikels in einem Haus mit Spitzdach wohnen, wie es in Deutschland üblich ist. Daher ist mir auch sofort aufgefallen, dass dies in der Neutra-Siedlung-Quickborn nicht der Fall ist. Die Dächer sind flach, haben kein Gefälle und keine Regenrinne. Das Wasser wird über eine Innenentwässerung in der Mitte des Hauses in den Boden abgeleitet. Jedoch funktionierte dies in einigen Häusern nicht, die Rohre korrodierten, platzten und in die Zimmer drang Wasser ein.
(Benno)

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Um die optische Verbindung zwischen innen und außen nicht zu unterbrechen, verwendete Neutra keine herkömmlichen Heizungen, sondern Warmluftheizungen. Die warme Luft wird durch Auslassschächte im Boden vor den großen Fenstern in den Raum geblasen. Sie haben den Vorteil, dass sie den Raum deutlich schneller erwärmen, als eine herkömmliche Heizung. Zu diesem Thema gibt es auch noch einen kurzen Clip.
(Benno)

 

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An vielen Stellen des Hauses wurde während der Bauzeit gespart. Hier nicht: Die Warmluftheizung ist ein Chrysler. Direktimport aus Amerika, technisches Herzstück des Hauses und geniale Entwurfskomponente Neutras für die störungsfreie Sichtverbindung zwischen Garten und Wohnräumen des Erdgeschosses. Kein Heizkörper steht im Weg. Warme Luft strömt aus dem Boden und schafft an kalten Tagen eine gleichmäßige Temperaturerwärmung vor den großen Fensterfronten.

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Warum wurden die Fenster verändert?

Schäden am Mauerwerk

Schadensbilder an den Fenstern

Über die Bauqualität

Warum musste das Dach erneuert werden?

Passen Denkmalschutz und Anbau zusammen?

Warum musste die Haustür ausgetauscht werden?

Welche Schäden gab es an den Heizungsschächten?

Welche Schäden gab es durch die Innenentwässerung?

Warum konnte das Parkett nicht erhalten werden?

Was passierte mit dem Verblendmauerwerk?

Warum wurden die Badezimmer erneuert?

Schäden im Badezimmer

Bedenkliche Fußbodenbeläge

Schadensbilder am Parkett

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Veränderungen

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Vorher/Nacher Ansicht

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Die folgende Vorher-Nachher-Präsentation verwendet eine Aufnahme aus der Frühzeit der Siedlung aus dem Bestand von Gustav Lüttge, fotografiert von Thomas Lüttge. Das aktuelle Bild wurden während des Schulprojektes aufgenommen.
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Richard Neutra entwickelte seine Architekturkonzepte in Kalifornien und nicht im windigen und regenreichen Norddeutschland. In Kalifornien herrscht ein durchgehend anderes Klima als hierzulande. Dementsprechend anfällig reagieren seine Konstruktionen auf Wind und Wasser.

Von den ursprünglichen extrem dünnen Fensterprofilen und Schiebefenstern, die auf Filz-Schienen liefen, sind kaum welche erhalten. Sie fielen dem rauen Klima zum Opfer. Weniger problematisch ist das aus Amerika importierte Heiz-/Klima-System der Häuser. Es funktioniert, ist aber wegen der schlecht gedämmten Dächer teuer. 

Auch das enge Zusammenleben mit der Nachbarschaft fand seinen Ursprung in Amerika. Typisch deutsch ist es dagegen, rundherum ums Haus Hecken zu pflanzen und sich durch Zäune und Wände abzugrenzen. Man sieht, vieles hat sich verändert, doch die typischen großen Fensterfronten und langen Dachüberstände sind geblieben. 
(Saskia, Emily, Janina)
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Wenn man durch die Siedlung Richard Neutras im Quickborn geht, sieht man einige Häuser, die nicht mehr dem originalen Bauentwurf entsprechen. Obwohl die Siedlung seit einigen Jahren unter Denkmalschutz steht, gibt es angebaute Wintergarten, ausgebaute Garagen oder eine veränderte Außenwand. Aber natürlich gibt es auch viele Bewohner, die dem Gestaltungskonzept Neutras treu bleiben wollen, wodurch es heute noch originaltreue Häuser gibt.
(Saskia, Emily und Janina)
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Wir haben Frau W. zu den Veränderungen ihres Hauses befragt. Sie hat uns erzählt, dass sie den Carport, ein nachträglicher Holzanbau, mithilfe eines Architekten und der Denkmalschutzbehörde erneuert hat. Der neue Anbau musste zu Neutras Baustil passen. Zugleich sollte deutlich gemacht werden, dass es sich nicht um ein originales Bauteil handelt. 

Zusätzlich wollte Frau W. die Küche von einem Raum in den anderen verlegen und musste dafür Wände einreißen. Das Ehepaar W. musste lange mit der Denkmalschutzbehörde diskutieren, bis dies genehmigt wurde. 

Da das Haus schon sehr alt ist, musste die Familie zusätzlich einiges erneuern. Das Gebäude musste den neuen Brandschutzbedingungen und Sicherheitsvorschriften angepasst werden. Hinzu kamen eine neue Heizung und viele Renovierungsarbeiten. Für die Aufkantung der Vogeltränke aus Waschbeton gab die Denkmalpflege den Eigentümer genaue Angaben für eine neue Gussform vor. Die alte gab es so nicht mehr. 
(Sarah, Jasmin, Melina, Lisa)
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Aufgrund der in den vorherigen Artikeln genannten Probleme, haben viele Leute nachträglich, das Innere ihres Hauses verändert. Falls Sie mehr darüber erfahren wollen, können Sie sich gerne den Videoclip dazu angucken.
(Saskia)

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Denkmalschutz

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Neutras Siedlung unter Denkmalschutz

Denkmalschutz: kurz und bündig

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"Durch Denkmale schützt und vertieft die Gesellschaft ihre Identität sowie Toleranz und Solidarität mit verschiedenen Gruppierungen, einschließlich den Minderheiten. Denkmalschutz und Denkmalpflege ermöglichen es künftigen Generationen, Geschichte zu erfahren, wahrzunehmen, zu interpretieren und zu hinterfragen. 

Erkenntnisse über Denkmale müssen daher öffentlich zugänglich sein. Daher ist es der Gesellschaft ein Anliegen, den überlieferten Denkmalbestand zu erhalten."
(aus der Päambel des Schleswig-holsteinischen Denkmalschutzgesetzes)
 
Der Denkmalschutz verfolgt das Ziel, ein lebendiges Bild der Baukunst und der Lebensweise vergangener Zeit zu erhalten. Die Siedlung wurde unter Denkmalschutz gestellt, weil es sich um ein Unikat und ein Beispiel außergewöhnlicher Baukunst handelt.

Wir haben dies durch unsere Recherchen und ein Gespräch mit der Vertreterin der Unteren Denkmalschutzbehörde, Frau Dipl.-Ing. Antje Metzner, überprüfen können. Unser während eines Rundgangs geführtes Interview macht die Gründe für die Unterschutzstellung nachvollziehbar. Es werden aber auch die Probleme in der Umsetzung sichtbar.
(Cedric und Malte)

https://de.wikipedia.org/wiki/Denkmalschutzgesetz_(Schleswig-Holstein)

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mit Dipl.-Ing. Antje Metzner, 
Untere Denkmalschutzbehörde
Kreis Pinneberg

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Cedric, Malte und Ramòn fragen
Dipl.-Ing. Antje Metzner,
Untere Denkmalschutzbehörde

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Dipl.-Ing. Antje Metzner,
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Ein Thema ist uns bei unserem Rundgang mit der Denkmalpflegerin Frau Metzner besonders aufgefallen: Vielfach wurden vor den Grundstücksauffahrten Zäune und Tore errichtet.

Die Zäune gehören nicht zu Richard Neutras Planung. Wir meinen, dass somit das Gesamtbild der Neutra-Siedlung verfälscht wird. Die Fläche vor den Häusern sollte gemäß Neutras Entwurf halböffentlich sein. Der Zaun zieht unserer Meinung nach eine zu scharfe Grenze zwischen privatem und öffentlichen Bereich. Es fehlt der fließende Übergang.
(Cedric und Malte)
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Menschen

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Kindheit in der Neutra-Siedlung

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Der erste Besuch führte uns zu einer Anwohnerin, die seit 1968 in der Siedlung lebt. Im Garten fielen uns eine Sandkiste und ein Fußball auf, die wahrscheinlich aus der Kindheit der Kinder und Enkel stammen. Sie erzählt... 
(Ramòn & David)
 

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Familie K. wohnt erst seit wenigen Jahren in der Siedlung. Sie haben zwei Kinder. Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer - typische Kinderzimmer mit Bett und Schreibtisch. Sie haben Platz zum Spielen, Schlafen und Lernen.

Es gibt sogar ein Etagenbett, damit Freunde zum Übernachten eingeladen werden können. Eine Besonderheit ist das große Fenster, Neutras Markenzeichen. Dadurch ist das Zimmer hell und gut beleuchtet.  
(Ramòn & David)
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Vorher/Nacher Ansicht

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Früher haben sehr viele Kinder in den Gärten und auf den Straßen der Siedlung gespielt. Sie gruppierten sich nach Stichstraße, Alter und Interesse, spielten zusammen Fußball oder lieferten sich über die Grenzen der Gärten hinweg Hagebuttenschlachten. 

Heute gibt es für die Kinder der Familie K. in der Siedlung nur eine andere Familie mit Kindern zum Spielen. Es leben hier eben meist ältere Menschen, die die Architektur von Neutra zwar zu schätzen wissen, aber keine Kinder mehr haben.
(Ramòn & David)
 
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Es gibt Besonderheiten in der Architektur, die Kinder oft nicht verstehen oder nicht wissen wollen, die aber unbewusst wahrgenommen werden, wie beispielsweise Neutras Biorealismus oder der Zusammenhang von Flachdach und Moderne. 

Wir halten das für normal. Entscheidend ist, dass alle Kinder-Bedürfnisse erfüllt werden und man dort gut aufwachsen kann - auch, wenn man mit Kindern spielt, die außerhalb der Neutra-Siedlung leben.

Wir meinen, dass man eine schöne Kindheit in der Neutra Siedlung haben kann!  
(Ramòn & David)
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Neutra: Altwerden in der Quickborner Siedlung

Wir sprachen mit Herrn B. Er wohnt seit 49 Jahren in der Neutra-Siedlung in Quickborn und fühlt sich hier sehr wohl. Es lasse sich dort heute genauso gut leben wie früher. Da die Neutra Häuser meist eingeschossig seien, müssten ältere Menschen keine Treppen steigen. 

Als bedeutsam für seine Lebensqualität empfindet er die Verbindung mit der Natur und den fließenden Übergang von innen und außen. „Als würde dort keine Scheibe sein!“ sagte Herr B. Auch der Standort sei gut gewählt. Die Neutra-Siedlung liegt zentral, dicht am Ortskern. Es gibt es keine weiten Wege zu Einkaufsläden oder Ärzten. 

Mit den Nachbarn verstehe er sich sehr gut, auch wenn in vielen Häusern schon die nächste Generation eingezogen sei. Auf unsere abschließende Frage, wie es sich hier als älterer Mensch leben lasse, antwortete er: “Wunderbar!''
(Finn und Fabian) 
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Unsere Interviewpartner schätzen die bevorzugte städtebauliche Lage und die gute Infrastruktur.
Die Neutra-Siedlung liegt zentral. Es gibt es keine weiten Wege zu Einkaufsläden oder Ärzten. Wie man der Karte entnehmen kann, liegt das Zentrum von Quickborn keinen Kilometer von der Neutra Siedlung entfernt. 
Es ist bemerkenswert, dass man mitten in der Stadt wohnt, aber kaum einen Hauch von geschäftiger Hektik spürt. 
(Finn und Fabian)

(oberer Bildrand: Zentrum,  grüne Umrandung: Neutra-Siedlung)
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Viele ältere Menschen in der Siedlung bekommen durch karitative Dienste Unterstützung bei alltäglichen Handgriffen, die sie selber nicht mehr ausführen können, sei es in der Pflege oder beim Essenkochen. Auf diese Weise ist es vielen möglich, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. 

Eine von uns befragte Anwohnerin erzählte uns, dass sie noch keine Unterstützung bräuchte, aber dennoch einen Notknopf mit einer Verbindung zum Pflegedienst habe. Sollte sie stürzen, sei der Dienst verpflichtet, sofort zu kommen und nach dem Rechten zu sehen. Allein das Wissen darum erleichtere sie sehr.
(Finn & Fabian)

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Alte Menschen fühlen sich nicht alt solange sie noch alles oder vieles selbstständig machen können. Wie hilfreich ist dabei Neutras Architektur? 

Ein Entwurfsmerkmal Richard Neutras sind große bodentiefe Fenster, geschickt angeordnete Fensterbänder und Lichtkuppeln. Das viele Licht hilft bei altersbedingter Sehschwäche. Neutras Gebäude sind bis auf wenige Ausnahmen eingeschossig. Ältere Menschen brauchen keine Treppen zu steigen. Auffällig ist, dass die Schränke in den Wohnräumen in die Wand eingebaut wurden. Das schafft mehr Platz und mehr Beweglichkeit in den einzelnen Zimmern.
 
Wir denken, dass Neutra damit Grenzen zwischen Jung und Alt aufgehoben hat. Selbst wenn man in jungen Jahren eingezogen ist, kann man hier später immer noch gut wohnen.
(Finn & Fabian)
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Meinungen

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Richard Neutra war ein Architekt,
der für den Menschen baute. In Quickborn versuchte er, seine amerikanische Erfahrungen auf Deutschland zu übertragen.
Sein Stil war klar, reduziert und modern. Sein Ziel war es, Natur und Objekt miteinander zu verbinden und dem Bewohner ein offenes Lebensgefühl zu vermitteln.
Dies konnte zu einer Zeit, zu der man große Grundstücke bevorzugte, ländlich-dörflich dachte und gegenüber seinen neuen Ideen noch nicht so offen war, mittels einer seriell geplanten, groß angelegten Wohnsiedlung nicht funktionieren.
Deswegen sehen wir ihn nicht als einen Architekten an, der gescheitert ist, sondern als einen, für den die Menschen noch nicht bereit waren - zumindest nicht in Quickborn.
(Julian und Lukas)
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Europäisches Kulturerbe? Schleswig-Holsteins unbekannte Moderne? Oder doch Californian Midcentury Modern

Anhand der international geprägten Biographie Neutras und seines Quickborner Entwurfes lässt sich  - so haben wir zeigen können - die Geschichte der Moderne samt ihrer Rezeption im 20. Jahrhundert auffächern. Die Erzählung beginnt mit der Wiener Moderne, dem jüdisch-intellektuell geprägten Umfeld der Familie und Freunde, ereignisgeschichtlich bedeutsamen Erlebnissen, Begegnungen mit herausragenden Persönlichkeiten zur richtigen Zeit am richtigen Ort (Wien: Loos - Berlin: Mendelsohn/ Bauhaus-Umfeld - Chicago, Kalifornien & Japan : Sullivan/ Wright), deren Anregungen Neutra in eine sehr eigene Architekturphilosophie, den Biorealismus, unabhängig von der Bauhaus-Moderne übertragen hat. 

Die Quickborner Siedlung ist gleichsam sein Spätwerk - seine Rückkehr nach Europa. Hier kulminieren die Erfahrungen seines Lebens in einen austro-amerikanisch-deutschen Siedlungsentwurf, der in seiner Komplexität  - so meine Vermutung - weiterer Untersuchungen bedarf, um ihn in Gänze erfassen zu können. Eine Aufgabe für Neutras Erben!

Dipl.-Ing. Barbara v. Campe
Projektleitung
 
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den Zugang zu Ihren Häusern, die viele netten Gespräche und Interviews sowie die Erlaubnis, unsere Fotos und Videos der Häuser veröffentlichen zu dürfen. Ohne Sie wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen!
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für 
ein tolles Interview und die Unterstützung bei der Organisation unserer Abschlusspräsentation.
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ein anregendes Gespräch mit der gesamten Klasse über Stadtplanung, Denkmalschutz und die Architektur der Moderne. 
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Grundriss und Bautypen

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Bereits 1969 zeigten sich die ersten Schäden: Bei der Qualität der Steine hatte man gespart, das Mauerwerk war schlecht ausgeführt.

Es war Feuchtigkeit eingedrungen, die zu Salzausblühungen und Frostabsprengungen geführt hatte. Auf dem Bild sieht man dies im Hintergrund.
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Die marmorierten asbesthaltigen Bodenplatten lagen in den Fluren, in der Küche, im Ess-/Arbeitszimmer und in den oberen Zimmern.

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Die 10 x 10 cm großen Kacheln werden leider nicht mehr hergestellt. Wer Glück hat findet noch welche in einer dunklen Kellerecke und kann schadhafte Einzelstücke austauschen.
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Die großen zweifachverglasten Fensterscheiben hielten dem Winddruck nicht stand und wurden blind.
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Alle großen Wohnräume haben Parkett. Im Bereich der Türen ist es oft schwarz verfärbt.
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Hintergründe & Projektbeschreibung

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